KI/AI wird in der heutigen Zeit immer aktueller. Für blinde Menschen hält diese menschliche Innovation einige Chancen bereit. So gibt es heute Apps, die Fotos, ja sogar teilweise Videos beschreiben können. Natürlich ersetzt diese Beschreibungsfunktion nicht die einmalige Wahrnehmung des Sehens, aber sie ermöglicht es blinden Menschen, mit visuellen Medien umzugehen, wenn mal keine sehende Person anwesend ist. So ist es dann auch möglich, selbst Bilder zu knipsen und sie an Kolleg*innen zu schicken, weil man sich zuvor grob informieren kann, was man geknipst hat. Ich habe auf diese Weise mal meine Sonnenbrille auf meinem Kopf fotografiert und war sicher, dass die Brille auch wirklich auf dem Foto ist, das ich meinen Eltern schicken wollte. Doch es geht nicht “nur” um solche “Spielereien”: Es ist mit KI/AI möglich, selbstständiger mit schwarz-weiss ausgedruckten Texten umzugehen. Wie viel Post landet im Briefkasten, die man selbst nicht lesen kann? Man kann AI-Apps fragen, von wem Briefe sind, und die haben die Fähigkeit, zu antworten. Man kann sich auch mal spontan ein Rezept aus einem Magazin vorlesen lassen, ohne es gleich scannen zu müssen. Manchmal gibt es in den KI/AI-Apps auch Hilfen, dass blinde Menschen ihre Dokumente auch wirklich vollständig abfotografieren können, damit der ganze Text vorgelesen wird. Mit solchen Hilfen kann man sich vielleicht auch “selbständig” eine Speisekarte anschauen. Wenn ich mit sehenden Leuten unterwegs bin und in einem Geschäft etwas essen möchte, fragen sie häufig “Also, willst Du Salat, Pizza oder Suppe?” Manchmal wüsste ich aber gerne, was für salate oder Pizzen es sind, zwischen denen ich auswählen kann, aber dass jemand die gesamte Speisekarte vorliest, ist manchmal auch etwas viel verlangt. Es gibt auch Möglichkeiten, dass KI/AI einem helfen kann, herauszufinden, was man gerade für Produkte vor der Nase hat, ich sage nur, unangeschriebene Lebensmittelverpackungen. Dass KI/AI manchmal für uns alle die Recherche betreibt, beginnt, gängig zu werden. Da stellt sich für mich die Frage, ob KI/AI einmal so weit ist, blinden Menschen zu helfen, durch Websiten zu kommen, die nicht so barrierefrei sind, wie es erwünscht wäre. Es muss allerdings eines gesagt sein: KI/AI birgt trotz all dieser Chancen einige Tücken oder Gefahren. Man sollte sich vielleicht nicht die vertraulichsten Unterlagen vorlesen lassen, und, bevor man ein Foto macht, um sich die Umgebung beschreiben zu lassen, wäre es hilfreich, sich darüber im Klaren zu sein, keine Personenrechte zu verletzen, indem man zum Beispiel Menschen fotografiert. Die Daten werden schliesslich an Clouds und dergleichen gesendet, damit KI/AI sie auswerten kann. Auch ist KI/AI nicht immer unfehlbar und es gilt, selbst nachzudenken, wie man mit den erhaltenen Informationen umgeht. Manchmal ist es sinnvoller, sich an sehende Mitmenschen zu wenden. Eigene Fähigkeiten zu erlernen und aktiv zu beherrschen ist immer hilfreich. Zu sagen, “ich lese keine Blindenschrift mehr und lasse mir alles einfach nur noch über ein Foto vorlesen”, dünkt mich nicht sinnvoll, denn manchmal liest es sich manuell einfacher. Wichtig ist auch, die Apps, die man nutzt, immer wieder zu testen. Sie entwickeln sich ständig, was meistens zu Verbesserungen führt, aber nicht jede App funktioniert genau gleich und nicht jede App hat die gleichen Kompetenzen. Momentan ist KI/AI für blinde Menschen wohl vielfach noch ein Herumexperimentieren, aber ich konnte zum Beispiel letztens schonmal ein paar Fotos aus einer Autofensterscheibe machen und bekam Informationen, was alles in der Landschaft zu sehen ist, eine spannende Erfahrung. Ich kann auch empfehlen, sich mal im Bereich der Smart-Glasses schlau zu machen. Besitzt man zum Beispiel einen Blinden-führhund und geht mit dem Langstock in der Gegend umher, so kann man nicht gleichzeitig seinen Kolleg*innen schreiben, der Zug habe Verspätung. Sicher, anhalten zum Schreiben ist ratsam, dass man die volle Aufmerksamkeit hat, wenn man läuft, aber Stock und Hund halten sich auch dann nicht von alleine. Eine sprachgesteuerte Brille zum Beispiel kann da die Situation etwas entspannen, indem man relativ leise sagen kann, sie solle die Nachricht für einem senden. Ein kurzer Nachhang zum Schluss: In diesem bericht ging es darum, aufzuzeigen, dass KI/AI für blinde Menschen Chancen bereithalten kann, wenn auch Risiken und Grenzen gesetzt sind. Das ist ein kleiner Teil der gesamten Debatte um KI/AI. Was KI/AI gesellschaftlich für Chancen und Risiken beinhalten kann, dazu wird hier nicht Stellung genommen.