Schon häufig wurde ich mit Verwirrung gefragt: “Was hast du gesagt?”, wenn ich erzählt habe, dass ich gerne Filme schaue. Bestimmt gucken sich nicht alle blinden Menschen Filme an (wie auch nicht jeder sehende Mensch Filme liebt), fühlt man sich unter Umständen mit Hörbüchern oder Hörspielen wohler, da dort alle Informationen verfügbar sind, während das Bild eines Filmes nicht oder zumindest schwer zugänglich ist. Trotzdem gibt es blinde Menschen, die Filme gerne schauen. Oder es besteht eine Notwendigkeit, in der Schule einen Film zu schauen. Manchmal sitzt eine nette Person (Vewandte, Kolleg*in, Bekannte…) neben einem, die die Filme erklärt. Doch das ist gar keine so leichte Aufgabe, denn man muss gerade, wenn man man den Film selbst zum ersten Mal schaut, extrem schnell studieren und reden, im besten Fall Namen oder Merkmale für die verschiedenen Personen haben, die im Film vorkommen, und im besten Fall kann man auch ein paar kleine Details erzählen oder auch Untertitel vorlesen, falls es welche gibt. Das Zuflüstern von einer Person kann aber gerade in Kinos als störend empfunden werden. Ausserdem ist es, wie gesagt, nicht so einfach. Es ist eher so eine Taktik für den Moment, wenn in kleinen Grüppchen ein Film geschaut wird, wo man den Film dann allenfalls auch pausieren kann, um etwas genauer zu beschreiben. Heute gibt es immer mehr Hörfilme, respektive Filme mit Audiodeskription. Wenn solche Filme im Fernsehen kommen, oder die Hörfilmfassung vielleicht sogar auf der DVD integriert ist, ist das Filme schauen erheblich angenehmer und es ist auch mal möglich, einen Film für sich alleine zu gucken. Dann ist der Film bereits beschrieben und man kann ihn ähnlich hören, wie ein Hörspiel. Man bekommt, je nach Audiodeskription, auch spannende, kleine Details wie: “Ein silberner Schriftzug fliegt ins Bild.” Man kann Hörfilme, soviel mir bekannt ist, auch in Bibliotheken für blinde und sehbehinderte Menschen ausleihen. Ich habe auch schon gehört, dass es eine Hörfilmbibliothek geben soll; leider habe ich keine Ahnung, wo es die gibt oder wie man den Zugang dazu erhält. Wenn man den Hörfilm mit sehender Kollegschaft anschaut, kann es vorkommen, dass diejenigen, welche sich den Film ansehen, mit der Beschriebung nicht ganz einverstanden sind, das finde ich persönlich immer lustig. Weil die Beschreibung dann kommt, wenn im Film selbst keine Dialoge vorkommen, können Informationen zeitversetzt erklärt werden. Es gibt sehende Menschen, welche das irritiert. Da ist es sehr erleichternd, zu wissen, dass es auch noch eine FilmApp gibt, welche man herunterladen kann. Sie heisst Greta und ermöglicht es, eine Hörfilmfassung, respektive nur die Audiodeskription, von Filmen herunterzuladen und diese, zum Beispiel, wenn man ins Kino geht, dort mit dem laufenden Film zu synchronisieren. Hat man dann kleine Ohrstöpsel dabei, hört man den Film über lautsprecher und bekommt die Beschreibung ins Ohr gesagt. Eine wirklich tolle Sache! Meiner Meinung nach kann man diese App nicht genug loben und auch das Prinzip von Filmen mit Audiodeskription ist sehr zu begrüssen. Scheinbar wird getestet, ob KI solche aufgaben auch übernehmen kann, da bin ich gespannt.